
Holz schafft Räume, in denen sich Menschen wohlfühlen. Als natürlicher Baustoff trägt es zu einer warmen, angenehmen Atmosphäre bei und wird von vielen Menschen als beruhigend und einladend wahrgenommen.
Vor allem in Gesundheitsbauten wie Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Rehabilitationszentren kann der gezielte Einsatz von Holz das Wohlbefinden von Patient:innen, Besucher:innen sowie dem Personal positiv beeinflussen. Studien zeigen, dass natürliche Materialien und eine biophile Gestaltung Stress reduzieren, die Aufenthaltsqualität erhöhen und das subjektive Wohlbefinden fördern können. Sichtbares Holz unterstützt eine wohnliche Umgebung, schafft Orientierung und vermittelt Geborgenheit – Eigenschaften, die gerade in sensiblen Gesundheitsbereichen von großer Bedeutung sind.
Gleichzeitig überzeugt Holz durch seine technischen Qualitäten: Es ermöglicht kurze Bauzeiten durch Vorfertigung, erfüllt hohe Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz und Hygiene und leistet als nachwachsender Rohstoff einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. So verbindet Holz Gesundheit, Nachhaltigkeit und Architektur zu einem ganzheitlichen Konzept – für Gebäude, die nicht nur funktionieren, sondern den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
Mit dem Projekt HEART wurde das Potenzial des Baustoffs Holz im Gesundheitswesen untersucht. Im Mittelpunkt standen Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere Health-Care-Bauten. Gemeinsam mit Expert:innen aus Holzbau, Gesundheit und Tourismus wurden Potenziale analysiert, internationale Erfahrungen ausgewertet und konkrete Maßnahmen entwickelt, um den Einsatz von Holz in Gesundheitsbauten langfristig zu stärken. Das Projekt bildet damit eine fundierte Grundlage für eine zukunftsorientierte und menschengerechte Gesundheitsarchitektur.
Zentrale Erkenntnis
Der Einsatz von Holz im Gesundheitsbau ist in Österreich heute grundsätzlich technisch möglich, mit guten Argumenten begründbar und in vielen Bereichen sinnvoll. Entscheidend ist jedoch, das Wissen über Möglichkeiten und Grenzen dieses Bau- und Werkstoffs stärker zu verbreiten und interdisziplinäre Planungsprozesse frühzeitig zu starten. Das Projekt HEART zeigt ein erhebliches Zukunftspotenzial für Holz im Gesundheitsbau auf. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass für eine breitere Anwendung gezielte Maßnahmen notwendig sind. Öffentlichkeitsarbeit, Wissensvermittlung und -transfer, Referenzprojekte, Erfahrungsberichte, Forschung, Standardisierung und strategische Kooperationen zwischen Architektur, Medizin, Tourismus und der Holzbranche sind erforderlich.
Studienergebnisse
Erste Erkenntnisse zeigen: Gesundheitsbauten stellen hohe Anforderungen an Wartung, Flexibilität, Energieeffizienz, Planung, Brand- und Schallschutz sowie Hygiene. Holz bietet vor allem bei kurzen Bauzeiten, Anpassungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Aufenthaltsqualität Vorteile. Für einen breiteren Einsatz braucht es jedoch klare Rahmenbedingungen, frühzeitige Planung und gezielten Wissensaufbau.
Projektpartner:
* TU Graz
* Institut für Gesundheitsförderung und Prävention GmbH
* Steiermark Tourismus
Fördergeber:
* Waldfonds
Kann Holz im Krankenhausumfeld das Wohlbefinden von Patient:innen und Personal beeinflussen? Dieser Frage geht das Forschungsprojekt WOOD-CARE 26 in zwei prospektiven Vergleichsstudien unter realen Bedingungen im psychiatrischen Krankenhaussetting nach. Dabei werden Patient:innen und Mitarbeitende in Räumen mit sichtbaren Holzoberflächen mit vergleichbaren Räumen in Massivbauweise untersucht. Erfasst werden unter anderem psychisches Wohlbefinden, Stress und Raumwahrnehmung sowie physiologische und klinische Parameter.
Zielsetzung
Ziel ist es, bestehende Annahmen rund um „Holz und Gesundheit“ auf eine belastbarere wissenschaftliche Grundlage zu stellen. proHolz Steiermark koordiniert das Projekt als Leadpartner gemeinsam mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg und dem LKH Graz II (KAGes) sowie in Kooperation mit der Abteilung für Medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie der Medizinischen Universität Graz.
Die Ergebnisse sollen neue Erkenntnisse zu Wohlbefinden, Arbeitsgesundheit und Innenraumqualität liefern und daraus praxisnahe Empfehlungen für den Gesundheitsbau und die Healing Architecture ableiten. Damit schafft WOOD-CARE 26 eine evidenzbasierte Grundlage für zukünftige Planungs- und Entscheidungsprozesse im Health-Care-Bereich.
Projektpartner:
* PMU - Paracelsus - Medizinische Privatuniversität
* Medizinische Universität Graz
Fördergeber:
* Waldfonds