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Themenabend Holzbauboom

So funktioniert's im Norden

Groß ist das Interesse am Holzbau im Norden, das bestätigte auch der ausgebuchte Themenabend an der FH Joanneum. Kein Wunder, zählen doch die nördlichen Regionen Europas zu den Vorzeigeländern was die Entwicklung des Holzbaus betrifft. Doch warum ist es so? Was wir dort anders gemacht als hier in Österreich? Und was könnten wir daraus lernen bzw. übernehmen? Diese Fragen wurden u.a. von Holzbauexperten beantwortet, die bereits zahlreiche Projekte im Hohen Norden umgesetzt bzw. begleitet haben.

 

Viele heimische Firmen setzen im Norden Europas Vorzeigebauten aus Holz um, die nicht nur architektonisch einen Mehrwert darstellen, sondern auch in ihrer Planung und Umsetzung weltweit eine Vorreiterrolle einnehmen.

HBM DI Alan Hofmann (Woodplan GmbH) begleitet schon seit vielen Jahren vor allem Holzbauprojekte in Norwegen, über einige davon berichtet er auch in seinem Vortrag. Er erläutert die Logistik vom Holzzuschnitt im Werk bis zur Montage auf der Baustelle. "Die gesetzlichen Bestimmungen beispielsweise in Norwegen sind nicht viel anders als in Österreich. Aber die Norweger trauen sich mehr, sie investieren mehr in den Holzbau und die nachhaltige Wirtschaft hat einen extremhohen Stellenwert", versucht Alan Hofmann die steigende Tendenz für Holzbauten zu erklären.

 

Über das Holzbaupotenzial in Skandinavien berichtet DI Bernd Troppmann (Stora Enso Wood Products GmbH). "Die Nachfrage vor allem nach CLT ist zur Zeit enorm in Skandinavien. Waren es 2016 noch 36.000 m³ CLT, die beispielweise in Norwegen verbaut wurden werden es im Jahr 2024 116.000 m³ CLT sein", erzählt Bernd Troppmann. Ein enormes Wachstum, das vor allem auf folgende Punkte zurückzuführen ist:

  • Es gibt Referenzbauten, die potenzielle Bauherren vom Baustoff Holz überzeugen
  • Es gibt den politischen Willen und den Druck (Norwegen bis 2030 CO² neutral; Einführung einer CO²- Abgabe
  • Der unkomplizierte Zugang und viele Eigentümerentscheidungen für den Baustoff Holz
  • Fast keine Hindernisse in den bestehenden Vorschriften für die Verwendung von Holz

 

Anhand des Leuchtturmprojekts Woodie in Hamburg zeigte DI Sebastian Knoflach (Mayr-Melnhof Holz), welche Vorteile die innovative Modulbauweise gerade im Vergleich zur konventionellen Bauweise birgt. Der Modulbau definiert Bauzeit und Kosten auf gänzlich neue Art und Weise, da die eine verkürzte Bauzeit gleichzeitig die Kosten reduziert. In der Werkshalle können täglich bis zu vier Module fertiggestellt werden, die schließlich zur Baustelle geliefert und direkt vom LKW an den jeweiligen Platz gesetzt werden. Auf diese Art und Weise können pro Tag durchschnittlich zehn Module montiert werden.